Hier die anonyme Stimme einer unbedeutenden Frau. Akademikerin zwar, die nie publizieren durfte, ob als Schriftstellerin oder Journalistin.

Denn leider ist sie zu einer Zeit und in einem Land geboren worden, wo sie sich nie wohl fühlen durfte. Nennen wir dieses Land Absurdistan, denn Absurdistan ist überall. Um sie herum viele Michel und Michaelas, die sich bereitwillig von ihr erklären ließen, was Leben heißt. Sie sie gerne um Hilfe, auch um finanzielle Unterstützung baten. Geben ist einfacher denn nehmen, heißt es. Denn in Krisensituationen zeigt sich sehr deutlich, dass die, die um Hilfe fragen, nichts bekommen, außer mehr oder wohl gemeinten Ratschlägen. Andere wissen immer alles besser, und Schläge können weh tun. Die stecke ich weg.

Das Leben ist die Hölle auf Erden, so eine andere Volksweisheit. Doch von welchem Volk ist hier bitte die Rede? Was bedeutet „Weisheit“ oder gar „Moral“ oder „Ethik“? Ein weites Feld, an dem sich schon so manche Dichter und Denker die Zähne ausgebissen haben. Viele sind dem Fatalismus anheim gefallen, zu Recht?

Diverse Langzeitstudien belegen, dass Einsamkeit „tödlich“ ist. So zum Beispiel die Harvard-Studie, in der interessanterweise nur Männer befragt worden sind, mittlerweile Generationen übergreifend.

Die Studie vom Hungerwinter in Amsterdam, in der Wissenschaftlerinnen Frauen aus drei Generationen befragt haben, ist weniger in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Kein Wunder, denn hier geht es ja „nur“ um das sogenannte „schwache Geschlecht“. Die biologischen und epigenetischen Konsequenzen vom Trauma „Krieg“ und Hunger sind aber eindeutig: Folgeschäden, auch in der Stammzelle nachweisbar. Manche Krankheit überspringt dabei eine Generation und manifestiert sich erst in der übernächsten, also bei der Enkelin. Die Rede ist hier von sogenannten „Zivilisationskrankheiten“, die Liste ist lang.

Eingedenk der Tatsache, dass es vor und nach dem ersten und zweiten Weltkrieg unzählige Kriege gab, ist es daher nicht verwunderlich, dass die Welt so ist wie sie ist.

Geschichte – his-story. Geschichte wird von Männern gemacht und geschrieben. Eine unendliche Geschichte von Machtmissbrauch. Geld regiert die Welt, nur einige wenige Frauen sind in sogenannten „Spitzenpositionen“, oft werden sie „Quotenfrauen“ genannt. Denn scheinbar muss eine Frau perfekt und fehlerlos sein, um mit den Männern mithalten zu können. Ein Fehler, ab an den Herd, dort wo sie eigentlich hingehört in einer patriarchal geprägten Gesellschaft, in der viele auch ob ihres sogenannten „natürlichen“ Geschlechts nicht mehr wissen, wo sie hingehören.

Wann ist ein Mann ein Mann? Wann eine Frau eine Frau?

Ist es ein gesellschaftliches „Muss“, sich zu reproduzieren und Kinder in die Welt zu setzen, um die sich dann andere so früh wie möglich kümmern, damit beide Elternteile arbeiten gehen können, im Idealfall natürlich. Eingedenk der immer höheren Zahl an Alleinerziehenden, meist Mütter, stellt sich die Frage nach den Hintergründen.

Familie, was bedeutet das? Blut sei dicker als Wasser, doch was wenn der Zusammenhalt nicht Beständigkeit garantiert? Was wenn sich im Laufes des Lebens herausstellt, dass ein vernünftiges Zusammenleben nicht mehr bewerkstelligen lässt? Was wenn kein Gespräch mehr möglich ist und die Gesprächskultur versagt?

Oft liegen Liebe und Hass nah beieinander und immer leiden die Kinder darunter. Mit schlechtem Vorbild voran, und aus einem Elternpaar wird dann auf einmal Mann gegen Frau. Die Kinder oft im Mittelpunkt des „Kriegsschauplatzes“.

Es ist schon viel, sehr viel an die „Nachgeborenen“ geschrieben worden, die Liste ist lang. Viele derer sind schnell auf einer „schwarzen“ Liste gelandet. Und deren Bücher wurden verbrannt, nicht nur sprichwörtlich, Kontinente übergreifend. Auch diverse Hochkulturen verschwanden auf ähnliche Weise.

Darum bitte ich hiermit: Setzt bitte auch mich offiziell auf diese schwarze Liste und verbrennt alle Bücher, die ich nicht schreiben kann, weil mir Zeit und Geld und auch Ruhe fehlt, auf diese noch unveröffentlichte Liste.

Denn die Bücher habe ich nur in meinem Kopf, und meine Gedanken kann niemand lesen und ich werde garantiert keine/n daran teilhaben lassen. Denn die Ahnungslosigkeit der meisten Menschen ödet mich nur an. Willkommen in der Postmoderne, willkommen im Zeitalter der Globalisierung. Ein einziges Wort kann schon ausreichen, um stigmatisiert zu werden. Friede auf Erden? Gab es ihn jemals?

Was ist aus der Menschheit geworden, was haben die Menschen aus der Erde gemacht? Im Namen von Religionen werden Kriege geführt, und der Krieg zwischen den Geschlechtern tobt erbarmungslos weiter. Ist dies eine tragbare Zukunft für „unsere“ Kinder?

Meiner Meinung nach nicht. Und auch brennende Kerzen oder Lampen helfen da nicht viel weiter. Und Widerstand gegen das System kommt einem Todesurteil gleich.

Ich habe nicht mehr viel zu sagen, das Rad der Zeit dreht sich so oder so weiter. Und ich bin nur eine unbedeutende Stimme, die Stimme einer Frau, die wie viele andere vor mir mit ihren Warnungen nicht ernst genommen worden ist.

Nach meinem ganzen Leben habe ich daher das Recht zu verlangen, dass auch ich und meine ungeschriebenen Bücher der unauslöschlichen Flamme der Vergessenheit anheimfallen. So unwiderruflich wie das Schweigen all derer, denen aus unterschiedlichen Gründen ein zu früher Tod zuteil wurde. Gut, ich lebe. Doch die Umstände sind alles andere als menschenwürdig. Mir macht es nichts aus, ich habe immer schon die Einsamkeit der Gesellschaft mit toxischen Menschen vorgezogen.

Doch gebe ich zu Bedenken, dass viele gerade dies nicht ertragen können. Was ist mit ihnen? Menschen, die die Einsamkeit krank macht? Wer denkt an sie?

Welchen Eindruck und welche Geschichte wollt ihr der Nachwelt hinterlassen?

Krieg oder Frieden?

Ihr habt die Wahl.

Wie immer, ich habe meine Wahl schon lange getroffen.

Ich habe den Frieden gewählt.

Doch genau der wird mir nicht gegönnt.

Liebe Grüße an die Firma.

Ich möchte gerne auf die schwarze Liste.

Verbrennt mich gedanklich!

Die Unbekannte

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